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Modell im Fokus: Teil 1 - ICE-V, ICE-S Sinus und ICE Spezialvarianten

Autor: Kai-Uwe Thormann & Ingo Schöbe - 12/2017

In diesem Teil 1 des Spezial zum Thema ICE sollen die speziellen ICEs der ICE-V Experimental, ICE-S Sinus, Erprobungsversionen und Spiel- und Spaßmodelle im Original und soweit verfügbar in ihren Modellen in Spur N eingehender betrachtet werden. Zu ICE 1, 2, 3, 4, ICE T und ICE Exportversionen folgt ein Teil 2 des Spezial ICE als gesonderter Beitrag. Es wird dabei zwischen den Zugsets im Ganzen und Einzelwagen unterschieden.

Seit 1985 gibt es Modelle vom ICE in Spur N von den Herstellern Minitrix, Arnold, Fleischmann, Gaffron-Modellspielwaren-Produktion und neuerdings von Kato in unterschiedlichen Versionen und Varianten. Nicht jede Generation der ICE Spezialversionen wurde jedoch von von einem Hersteller aufgegriffen. Nur der ICE-V erschien in Großserie von Minitrix.

Für die unterschiedlichen Versionen der speziellen ICE sind bzw. waren die Hersteller wie folgt aktiv

Nachfolgend wird für jede der Gernationen / Varianten eine Detailanalyse dargestellt. Bitte nutzen Sie die dargestellten Reiter zum "Umschalten" zwischen den Generationen.

 

ICE Weitere (ICE-TD, ICE-D, Eurotrain) ICE Spiel und Phantasie ICE-V Experimental

Vorbild ICE-S (Sinus)

ICE-S – Auf dem Weg zum ICE3 Erprobungsträger – Referenzfahrzeug

Da der ICE-V (Baureihe 410.0, siehe Extra-Beitrag) seine Nutzungsdauer erreicht hat und er auch technisch veraltet war, musste ein Nachfolger für Versuche, Erprobungen und Abnahmefahrten beschafft werden. Ein Umbau schied aus Kostengründen aus.

Aufgrund geforderter niedrigerer Achslasten und dem geplanten Auslandsverkehr, sollte der ICE3 keine Triebköpfe im klassischen Sinn mehr haben. Daher musste die gesamte Technik unterflur über die gesamte Zuglänge verbaut werden und konnte somit auch nur unter den Wagenboden. Da bisher kaum Erfahrungen in diesen Größen- und Leistungsbereichen vorhanden waren, sollte diese kompaktere Technik verteilt über drei Mittelwagen verbaut sein und so eine Antriebseinheit bilden, wies es für den ICE3 geplant war. Dies geschah in Form von zwei Triebköpfen und drei Mittelwagen aus der laufenden ICE2 Produktion. Die drei Mittelwagen und die Triebköpfe wurden entsprechend dem Verwendungszweck angepasst und verstärkt. Der Bau soll etwa 60 Mio. DM gekostet haben.

Die Triebköpfe gehörten der DB AG, die Mittelwagen der Industrie (Siemens, Alstom/Bombardier), daher trugen die auch kein DB AG-Logo. Die TKs allerdings, wurden auch als Reservefahrzeuge im Planbetrieb eingesetzt. Der neue Triebzug wurde als ICE-S bezeichnet, wobei das „S“ für Sinus als auch Schnellfahrt steht.

Der ICE-S hatte ursprünglich eine Gesamtleistung von 13.600 kW und ist für eine Höchstgeschwindigkeit (V/max) von 400 km/h ausgelegt. Das ermöglicht ihm innerhalb von ca. 6 km auf 300 km/h zu beschleunigen.

Die ursprüngliche 5-teilige Zugbildung sah so aus:

410 101 (Tk1) – 410 201 (Mw1) – 410 801 (Messwagen) – 410 202 (Mw2) – 410 102 (Tk2)

Länge: 120,32 m

Technische Übersicht

Die beiden TKs waren bis auf wenige Details baugleich mit den ICE2-Triebköpfen. Jedoch haben sie höher übersetze Getriebe und Dämpfer in doppelter Ausführung erhalten. Auf den Dächern kann je nach Einsatzgebiet noch ein weiterer Stromabnehmer, sowie Mess- und Kameratechnik zum Stromabnehmerverlauf an der Fahrleitung verbaut werden. Auffälligster Unterschied im Führerraum war der Tacho, der bis 450 km/h ging. Aufgrund der geringen Länge und dem damit verbundenem kurzen Stromabnehmerabstand, sind die Triebköpfe mit einer durchgehenden Dachleitung, welche über die Dächer der drei Mittelwagen verläuft verbunden. In der Regel wurde der hintere Stromabnehmer verwendet. Bei hohen Geschwindigkeiten kann ein sicherer Kontakt des nachlaufenden Stromabnehmers erst ab 7 Mittelwagen gewährleistet werden.

Mittelwagen

410 201 (Mw1, VIP) war an allen Radsätzen angetrieben und hatte luftgefederte Triebdrehgestelle der Bauart SF-500 eingebaut, die beim ICE3 Anwendung finden sollten. Unterflur war die gesamte Antriebstechnik verbaut. 1. Kl. Inneneinrichtung, WC, Bar und Küche. An den Außenseiten ging der rote Strich ins gelbe über. Der Wagen besitzt Dachleitungen, aber keinen Stromabnehmer.

410 801 war zwischen den beiden Mittelwagen eingereiht. Er war nicht angetrieben und hatte Laufdrehgestelle mit linearer Wirbelstrombremse, die auch beim ICE3 eingesetzt werden sollen. Er diente als Messwagen. Auf dem Dach war der AC- Stromabnehmer und die Hochspannungsausrüstung montiert, welche auch bei einigen Fahrten geprüft und genutzt wurde. Unterflur der Trafo und die Traktionsstromrichter, die die benachbarten Mittelwagen mit Energie versorgten. Als einziger Mittelwagen hatte er einen komplett gelben Streifen und eine stilistische Sinuskurve an den Seiten.

410 202 (Mw2) war wie Mw 1 aufgebaut, hatte aber den konventionellen Antrieb verbaut, wie er bei den TKs Anwendung findet. Außerdem hatte er zwei funktionslose Dachstromabnehmer der SNCF bzw. der NS aufgebaut. Diese wurden für Akustik- und Aerodynamikmessungen verwendet. Daraus entstand dann auch die Stromabnehmerverkleidung (Schildkröte), die auch für den ICE3 verwendet wurde. Auch er hatte einen roten in gelb übergehenden Streifen mit ICE-S-Aufkleber.

Es folgten zahlreiche Mess- und Einstellfahrten, auch mit weiteren Mittelwagen vom ICE1 um Lasten zu simulieren. Nachdem alle Komponenten ausreichend erprobt waren und der ICE3 sich in Auslieferung befand, wurde es 1999 erstmal still um den Sprinter. Die Mittelwagen gingen an die Industrie zurück und die TKs wurden im Münchener FTZ abgestellt.

Abstellung und Wiederinbetriebnahme

Da für die Schnellfahrstrecken ein Abnahme- und Referenzfahrzeug mit höherer Geschwindigkeit benötigt wurde, erinnerte sich man an den „gelben“ Renner. Dazu nahm man Anno 2000 die Triebköpfe und einen 1. Kl.-Mittelwagen (801 422) vom ICE1 und statte ihn mit Dachleitung und Messtechnik aus. Fortan war er nur noch dreiteilig unterwegs. In der Zwischenzeit fanden weitere Abnahme- und regelmäßige Referenzmessfahrten, sowie Versuche mit neuen Radsätzen und Drehgestellen an dem Mittelwagen statt.

2001 erreichte der „S“ seine bisher größte Höchstgeschwindigkeit von 393 km/h.

Als 2005 das Redesign für den ICE1 startete, benötigte man den 1. Kl.-Wagen wieder und richtete bis 2006 einen der „Ur-„ICE-S-Wagen, den 410 201 her. Dieser wurde als 810 101 wieder in Betrieb genommen. Dabei verlor er auch die Triebdrehgestelle.

Im Juli 2007 erhielt er das aktuelle weiß-rote ICE-Design.

2010 kam dann der zweite „Ur-„S-Mittelwagen 410 202 als 810 102 in den Zugverband. Erkennbar am Dachausschnitt für Stromabnehmer und Hochspannungsausrüstung, sowie den Befestigungsschrauben für die Stromabnehmerverkleidung (Schildkröte). Ziel des zweiten Messwagens war es, möglichst viele Messungen auf einmal abzuwickeln. Der ICE-S ist auch außerhalb Deutschlands anzutreffen. In Österreich nahm er Neubaustrecken und der Schweiz zuletzt auch den Gotthardt-Basstunnel in unterschiedlichen Zugkonfigurationen ab. Zuletzt war er auf der Neubaustrecke VDE8 im Thüringer Wald im Einsatz. Der dritte Mittelwagen 410 202 ist seit jeher in Minden abgestellt. Innerlich zu einem Büro umgebaut worden, äußerlich ist er verwittert. 2017 wurde er für 10.000 € zum Verkauf angeboten.

Modelle in Spur N

Der ICE-S hat es nie zu einer so großen Bekanntheit geschafft wie sein Vorgänger. Das könnte auch der Grund sein, das sich kein Großserienhersteller an den doch auch recht markanten Triebzug ran wagte.

Auf der Basis des Fleischmann ICE 2 hat sich jedoch Gaffron-Modellspielwaren-Produktion (G-M-P) an Umbauen zum ICE-S gewagt. Anfangs (2007-2008) wurden diese von G216 N101BL vertrieben. Danach und bis heute kann man diese Umbauten bei G-M-P direkt bestellen. Hierbei kann man ganze Züge aber auch einzelne Wagen ordern. Alle Modelle sind Einzelanfertigungen und werden entsprechend der Wünsche des Kunden gestaltet, da es beim ICE-S diverse Sonderformen in Bezug auf die Stromabnehmer oder Dachaufbauten gab. Siehe dazu auch den Beitag oben.

Auf Basis von Fleischmann-Modellen wird entsprechend farblich angepasst. Es kommen Decals zur Umbeschriftung sowie spezielle angefertigte Kleinteile & geänderte Großserienteile für die Dachleitung und die Dachaufbauten zum Einsatz. Die Gehäuse-Dach-Änderungen an dem „SINUS“-Wagen und dem „202“ werden fachgerecht gefräst & von innen zusätzlich stabilisiert. Da die Modelle Einzelanfertigungen sind wird entsprechend dem Kundenwunsch gearbeitet. Etwa Digitalisierung oder hochwertige filigrane Pantographen oder Innenbeleuchtung der Mittelwagen. Immer dabei sind 2 angetriebene Triebkopfe – bedingt durch die „ICE-2“ –Basis wie sie von GFN angeboten wird.

Weiterhin gibt es von Andreas Nothaft - Hobbybedarf Nass-Schiebebilder für die Wagennumern und die Zierstreifen (Sinus) - siehe hier der Eintrag in der Spur-N-Datenbank. Damit lässt sich auf Basis des ICE 2 von Fleischmann zumindest visuell ein ICE-S Sinus herstellen. Leider braucht man aber 2 Triebköpfe, was den Umbau doch recht kostspielig macht.

Modelle in der Spur-N-Datenbank

Hier alle Modelle der ICE Sinus in der Spur-N-Datenbank nach Hersteller gruppiert:

Alle Einträge (6) - G-M-P (2) - G216 N101BL Modelle (4)

Und alle Modelle nach Gesellschaften gruppiert:

Alle Einträge (6) - DB AG - Deutsche Bahn AG (6)

Berichte und Preise in der Spur-N-Datenbank

Da es sich bei den angebotenen Modellen zum ICE-S um Kleinserienmodelle handelt, wird hier auf eine Auswertung zu den Berichten und Preisen verzichtet.

Fazit

Das Angebot für Modelle in Spur N zum Thema ICE-S ist sehr überschaubar. Mit etwas Geschick kann man aber aus dem ICE 2 einen Umbau wagen. Insgesamt ist das Modell als Kleinserie aber auch als Umbau recht kostenintesiv.

Quellen und Verweise

Literatur

Zum ICE liegt einige Literatur vor.

Quellen

Danke an folgende Quellen.

Links

Zum ICE gibt es sehr viele Quellen und Links im Internet. Hier eine kleine Auswahl.

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Beitragsbewertung

Es wurden für den Betrag folgenden Kommentar(e) verfasst*:

"Man sollte Minitrix für dieses Modell aber zugute halten, dass eine stromführende Kupplung 1985 selber noch fast Zukunftsmusik war. Das Erscheinungsbild der toll nachgebildeten Wagenübergänge hat kein Nachfolgeprodukt (reguläre ICEs) je mehr erreicht." - von: Lars Nagel - am: 22.12.2017 01:01:13
"Sehr informativ mit richtigem Fazit: Technik ungenügend, also weiteres Fahrzeug für die Vitrine oder zum Totalumbau mittels Minitrix-ICE1." - von: Walter Ossig - am: 09.12.2017 19:12:25

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